Die Gründung 1905 – Namensgebung durch eine Kaiserin
Im Jahr 1905 nahm der Schacht 1 der Auguste Victoria Steinkohlebergwerke in Marl den Betrieb auf. Ihren Namen verdankt die Schachtanlage Prinzessin Auguste Viktoria Friederike Luise Feodora Jenny von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, der Gemahlin Kaiser Wilhelms II. – der letzten deutschen Kaiserin und Königin von Preußen. Mit der Gründung begann ein Kapitel deutscher Industriegeschichte, das den nördlichen Kreis Recklinghausen über mehr als ein Jahrhundert prägen sollte.

Aufstieg zum Industriegiganten im Ruhrgebiet
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg erwirtschaftete die Auguste Victoria mit rund 2.600 Mitarbeitern jährlich etwa 715.000 Tonnen Steinkohle und 296.000 Tonnen Koks. Bis 1960 wuchs die Anlage auf sieben Schächte. Die Zeche entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Bergwerke Nordrhein-Westfalens und prägte die wirtschaftliche Identität der Stadt Marl im nördlichen Ruhrgebiet.

Belegschaftshöchststand 1957 – Brücke zwischen Kohlenpott und Münsterland
Zum Ende des Zweiten Weltkriegs beschäftigte die Auguste Victoria bereits rund 8.500 Menschen, die täglich etwa 4.000 Tonnen Reinkohle und 1.000 Tonnen Koks förderten. Ihren Belegschaftshöchststand erreichte die Zeche 1957 mit über 11.000 Mitarbeitern. Beschäftigte aus Dülmen, Ahaus und Gronau – aus dem ländlich geprägten Münsterland – fanden ihren Arbeitsplatz auf der Schachtanlage in Marl. Die Auguste Victoria wurde so zu einer wirtschaftlichen Klammer zwischen dem industriell geprägten Kohlenpott und dem naturverbundenen Münsterland.
Kriegsschäden, Wiederaufbau und Eigentümerwechsel
1945 zerstörte ein Luftangriff Teile der Schachtanlage AV 1/2 und führte zu einer zwischenzeitlichen Stilllegung des Werks. Doch die Bedeutung der Auguste Victoria für die Region blieb bestehen – auch nach der Stilllegung prägte der Industriezweig die Landschaft, die Kultur und die Erinnerung der Menschen. Die Auguste Victoria war zudem die am längsten privat betriebene Bergbauanlage im Ruhrgebiet. Eigentümerin war zunächst die Interessengemeinschaft chemischer Werke, später unter dem Namen IG Farben bekannt. 1953 ging die Zeche an die BASF, eines der weltweit größten Chemieunternehmen. 1991 schließlich wurde die RAG Aktiengesellschaft Eigentümerin der Anlage mit Standorten in Marl und Haltern am See.

Das Ende einer Ära – 18. Dezember 2015
Die Auguste Victoria war die drittletzte aktive Steinkohlenzeche Deutschlands und die zweitletzte des Ruhrgebiets. Im Dezember 2015 fuhr sie ihre letzte Förderschicht. Am 18. Dezember 2015 wurde das Bergwerk offiziell geschlossen. Damit endete eine Industrieepoche, die im nördlichen Ruhrgebiet über 110 Jahre Arbeitsplätze, Identität und Infrastruktur geschaffen hatte. Die untertägigen Bereiche des letzten Baufeldes wurden in den Folgemonaten ordnungsgemäß zurückgebaut – die Anlagen über Tage blieben als Zeitzeugen erhalten.
2010 – Die Geburt der La Victoria Eventhalle
Bereits 2010, noch vor der endgültigen Schließung der Förderung, wurde die ehemalige Grubenausbauwerkstatt auf Schacht 1/2 einer neuen Bestimmung zugeführt: Aus der industriellen Werkhalle entstand die La Victoria Eventhalle – eine Premium-Eventlocation mit 800 m² säulenfreier Veranstaltungsfläche. Seit der Umwidmung betreiben wir die Halle als Veranstaltungsort und Eventagentur in einer Hand. Die historische Bausubstanz – Backsteinarchitektur, Stahlkonstruktion, industrielle Raumhöhe – wurde bewusst erhalten und mit modernster Veranstaltungstechnik kombiniert. Daraus entstand ein Ambiente, das in NRW seinesgleichen sucht: alte Industriekultur trifft auf zeitgemäße B2B-Eventproduktion.
Heute – Tagungsort für Politik, Wirtschaft und Kultur
Heute ist die La Victoria Eventhalle eine der gefragten Industrie-Eventlocations im Ruhrgebiet. Bundespolitik und Landesregierung wählten die Halle wiederholt als Veranstaltungsort: Bundeskanzler Olaf Scholz sprach hier 2025 beim öffentlichen Bürgerdialog vor Tausenden Gästen. Carsten Linnemann, CDU-Generalsekretär, hielt 2024 eine Keynote in der Halle. Herbert Reul, Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, war mehrfach zu Gast. Im wirtschaftlichen Bereich richtete unter anderem die BRABUS GmbH – einer der renommiertesten Automobilveredler weltweit – ihre Firmen-Weihnachtsfeier in der La Victoria Eventhalle aus.
Diese Referenzen sind kein Zufall. Sie zeigen, was die historische Bausubstanz mit professioneller Eventproduktion möglich macht: ein unverwechselbarer Ort für Kongresse, Tagungen, Firmenevents und Gala-Veranstaltungen in Marl – am Schnittpunkt von Ruhrgebiet und Münsterland.